
Schonzeit |
| ganzjährig |
Schonmaß |
| kein Schonmaß |
Größe / Gewicht |
| 30 - 40 cm |
Fisch des Jahres |
| 1988 |
Die Flussneunaugen leben, anders als die Bachneunaugen, nicht im Süsswasser sondern im Meer.
Die erwachsenen Flussneunaugen leben als Ektoparasiten im Meerwasser, also als äußere Parasiten an Fischen. Sie heften sich dabei mit ihrem Saugmaul an ihre Wirte, hauptsächlich Heringen und Dorsche, an und raspeln mit den Hornzähnen Gewebeteile der Wirte ab. Das aufgenommene Blut gerinnt dabei aufgrund spezieller Enzyme im Speichel der Neunaugen nicht. Die Larven ernähren sich dagegen als Filtrierer von Planktonorganismen und organischen Materialien, die aus dem Süßwasser aufgenommen werden.
Die Jungtiere des Flussneunauges schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen aus den Eiern in ihren Brutgebieten und graben sich dort in den schlammigen Boden ein. Sie werden Querder genannt und sind anatomisch von den ausgewachsenen Tieren verschieden. Zu den wichtigsten Larvalmerkmalen gehört ein Kiemendarm, mit dem sie Nahrungspartikel aus dem Wasser filtern können. Dafür stecken sie mit Ausnahme des Kopfes im Bodengrund und nehmen Plankton und organisches Material auf. Sie besitzen in diesem Stadium zudem keine Augen. Diese Larvenzeit dauert zwischen drei und vier Jahre, in denen die Tiere auf eine Länge von etwa 15 Zentimeter anwachsen. Danach kommt es zu einer mehrwöchigen Metamorphose, bei der sich der Kiemendarm in die Kiemen umbildet und sich die weiteren Merkmale der ausgewachsenen Tiere bilden. Die jungen Flussneunaugen wandern mit der Strömung zum Meer und leben dort bis zum Eintritt der Geschlechtsreife. Sie halten sich vorwiegend im flachen Küstenbereich auf. Anders als die größer werdenden Meerneunaugen sind Flussneunaugen in der Lage, Haut- und Muskelstücke von ihren Opfern abzuraspeln. Gelegentlich dringen sie dabei bis in die Leibeshöhle ihrer Beutefische ein und töten diese dadurch. Zu den Fischen, die von Flussneunaugen befallen werden, zählen Heringe und Dorsche. Die geschlechtsreifen Tiere stellen im Herbst die Nahrungsaufnahme ein und wandern bis in die Oberläufe der Flüsse. Es ist bislang noch nicht geklärt, ob sie dabei in ihre Ursprungsgewässer zurückkehren. Während der Rückwanderung bildet sich der Darm zurück. Nach dem Aufwandern in die Laichflüsse machen die Flussneunaugen erst eine Winterruhe durch, danach verpaaren sie sich in den Monaten von Februar bis Mai. Sie laichen dann bei Wassertemperaturen ab 9° C in kleinen Gruppen ab. Wie das Männchen des Bachneunauges schlagen auch die Flussneunaugen Laichlöcher. Die Weibchen saugen sich oberhalb dieser Senken fest und werden von den Männchen mit dem Hinterleib umschlungen. Das Männchen presst dabei die Eier aus dem Weibchen und gibt sein Sperma dazu. Dabei legt ein einzelnes Weibchen innerhalb weniger Tage bis zu 40.000 Eier, die Elterntiere sterben nach dem Laichen ab.